Kerstin Franke Fontinha ist beim DRK verantwortlich für die Kinder- und Jugendausbildung. Der Kurs ist Teil des Sommerferienprogramms der Stadt Wetzlar.
An diesem Morgen ertönt in der DRK-Geschäftsstelle aufgeregtes Stimmengewirr und fröhliches Kinderlachen aus dem Erste-Hilfe-Schulungsraum. Kerstin Franke Fontinha ist in ihrem Element. Mit Tim und Tina - zwei Puppen in Sanitätskleidung - vermittelt sie kindgerecht die Erste Hilfe. Kinder sind Entdecker. Sie sind ständig in Bewegung und erkunden spielerisch ihre Umwelt. Nicht immer können sie Gefahren zuverlässig einschätzen und es kann zu kleineren Blessuren bis hin zu ernsthaften Notfällen kommen. Umso wichtiger ist es, sie altersgerecht auf solche Situationen vorzubereiten. Und schon geht es los.
Zunächst nach draußen auf die Wiese. Auf Rettungsdecken wird die stabile Seitenlage geübt. „Jonas, jetzt brauche ich mal deine Hilfe“, muntert Fontinha auf und demonstriert die erforderlichen Handgriffe der stabilen Seitenlage. Dabei lernen die Kinder auch, dass eine Rettungsdecke nicht nur wärmt, sondern Schatten spendet, vor Regen schützt und sich hervorragend als Unterlage für ein Picknick eignet. Dann ist erst einmal Pause zur Stärkung. Danach geht es gleich weiter zum Rettungswagen. Franke Fontinha zeigt die Ausstattung an Bord und die Erste-Hilfe-Taschen. Die sind so schwer, dass die Kinder sie zu zweit anheben. Die Mädchen und Jungen lernen an diesem Vormittag noch wie Wunden versorgt und Verbände angelegt werden. Sie setzen den Notruf ab und erfahren, was bei einer Verbrennung, einer Beule oder Quetschung zu tun ist.
„Die Kinder lernen im Kurs, die Scheu vor Unfallsituationen zu überwinden und sich im Notfall richtig zu verhalten“, erklärt Franke Fontinha. Neben der Versorgung von Wunden wird zur Unfallvermeidung auch das Gefahrenbewusstsein der Kinder spielerisch gefördert. Sie lernen Risiken besser einzuschätzen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen sowie sich für ein gutes und sicheres Schulklima einzusetzen.