· Pressemitteilung

Wenn Helfen stark macht: DRK-Workshop beim Internationalen Bund in Wetzlar

Gruppe von Menschen in einem Raum, einige sitzen auf dem Boden, andere stehen, einige halten kleine weiße Gegenstände in der Hand
Teilnehmende der Unterstützten Beschäftigung des IB Wetzlar mit DRK-Ausbilderin Tamara Barnusch nach dem erfolgreichen Erste-Hilfe-Workshop beim DRK-Wetzlar. (Foto DRK-Wetzlar)

Arbeiten, dazugehören, gebraucht werden – für viele Menschen mit Beeinträchtigung ist das ein großer Wunsch. Die Unterstütze Beschäftigung (UB) des IB Bildungszentrum Wetzlar (Internationaler Bund Südwest) hilft dabei, diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Sie begleitet Menschen mit Unterstützungsbedarf individuell und flexibel auf ihrem Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt – Schritt für Schritt, so wie es gebraucht wird.

Ein fester Bestandteil ist der wöchentliche Projekttag. Hier stehen auch Firmenbesuche zur beruflichen Orientierung auf dem Programm. Ziel ist es, unterschiedliche Berufsbilder und deren Anforderungsprofile kennenzulernen, aber auch die eigenen Ressourcen zu entdecken und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken.

Hier kommt das DRK-Wetzlar ins Spiel: Angesprochen von Jasmin Kaiser-Harfst, pädagogische Mitarbeiterin beim IB Wetzlar, wurde schnell die Idee entwickelt, einen Erste-Hilfe-Workshop im Rahmen des Projekttages anzubieten. Ziel: Selbstvertrauen stärken, Unsicherheiten und Ängste abbauen und konkrete Erfolgserlebnisse schaffen. Denn: „Ich kann helfen“ – am Arbeitsplatz, in der Familie, in der Freizeit oder im Alltag. Nur nichts zu tun ist falsch.

„Es muss nicht schön aussehen, es muss halten“, ermutigt DRK-Ausbilderin Tamara Barnusch an diesem Morgen die insgesamt 18 Teilnehmenden im Alter zwischen 17 und 35 Jahren. Das Ausgangsszenario: Timo ist schwer gestürzt, hat eine Schürfwunde am Ellenbogen und starke Schmerzen im Arm. Was ist zu tun? Die Wunde wird mit einem sterilen Verband versorgt, der verletzte Arm mit einem Dreiecktuch ruhiggestellt. Barnusch ist zufrieden: Der Verband sitzt gut und fest. Die Gesichter strahlen.

Schnell kommen die Teilnehmenden ins Gespräch. Erfahrungen werden ausgetauscht. Lea berichtet: „Ich habe immer ein Erste-Hilfe-Set im Rucksack dabei. Früher habe ich oft Kuscheltierärztin gespielt.“ Heute hilft sie Menschen – und klebt auch schon mal ein Pflaster, wenn jemand gestürzt ist.

Nach und nach werden weitere Fallbeispiele durchgespielt. In Gruppenarbeit versorgen die Teilnehmenden Wunden und legen Verbände an. Nach der Pause folgt die nächste Herausforderung: In der Mitte des Raumes liegt „Sören“ – ein Übungsphantom für die Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Barnusch fragt: „Da liegt jetzt jemand und reagiert nicht – was macht ihr?“ Schritt für Schritt erarbeitet sie gemeinsam mit der Gruppe die richtigen Maßnahmen: ansprechen, vorsichtig an der Schulter rütteln, Atmung prüfen. Bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage. In Partnerübungen wird diese intensiv geübt.

Atmet die Person nicht, beginnt die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Die Teilnehmenden feuern sich gegenseitig an, klatschen im Takt und zählen laut: „1, 2, 3 …“. Dreißigmal drücken, zweimal beatmen. „Prima – er atmet wieder!“

Mit großem Interesse bringen sich alle ein, stellen Fragen und teilen eigene Erfahrungen: „Kann ich jemanden verletzen, wenn ich zu feste drücke?“, „Soll man bei einem Unfall den Motorradhelm abnehmen?“, „Wie gehe ich mit Gaffern um?“ Diese und viele weitere Fragen sorgen für einen lebendigen Austausch.

Am Ende steht eine klare Erkenntnis: Helfen kann jeder. Die Teilnehmenden nehmen nicht nur Wissen mit, sondern auch Selbstvertrauen und das Gefühl, wirksam handeln zu können. Teamarbeit wird erlebbar – und die eigenen Kompetenzen werden gestärkt.

„Solche Workshops greifen wie Zahnräder ineinander – etwa mit Modulen wie Bewerbertraining oder Einzelförderung“, erläutert Jasmin Kaiser-Harfst.

Zum Abschluss halten alle stolz ihre Urkunden in den Händen. „Ich habe heute viel gelernt und fühle mich jetzt sicherer“, sagt eine Teilnehmerin. Ein Wunsch eint die Gruppe: Das möchten wir wiederholen, um fit in Erster Hilfe zu bleiben.

Das Deutsche Rote Kreuz empfiehlt, Erste-Hilfe-Kenntnisse alle zwei Jahre aufzufrischen. Weitere Informationen: https://www.drk-wetzlar.de/kurse/erste-hilfe.html